Silber-Squeeze: Droht der Schweizer Großbank UBS die Pleite wegen 223 Milliarden CHF Silber-Verlust?
- Die Ausgangslage: 5,2 Milliarden Unzen Silber – mehr als die globale Jahresproduktion
- Das angebliche Ultimatum: Frist bis 10. Februar 2026
- Mögliche Konsequenzen: Was wäre bei einer echten Krise zu erwarten?
- UBS Group AG Chart
- Faktencheck: Was spricht gegen die Gerüchte?
- Credit Suisse-Übernahme und offene Fragen
- Die Rolle von Social Media: Wie entstehen solche Gerüchte?
- Einschätzung für Anleger: Ruhe bewahren und Fakten prüfen

Silber im Fokus der Anleger
In Finanzkreisen und auf Social-Media-Plattformen kursieren seit einigen Tagen alarmierende Berichte über eine mögliche Schieflage bei der UBS.
Die größte Bank der Schweiz soll durch eine gigantische Short-Position im Silbermarkt in Bedrängnis geraten sein.
Weder UBS noch Schweizer Behörden haben diese Spekulationen bislang bestätigt, und Finanzexperten warnen vor überzogenen Panikreaktionen.
Was steckt hinter diesen Gerüchten?
Und wie sollten Anleger damit umgehen?
Die Ausgangslage: 5,2 Milliarden Unzen Silber – mehr als die globale Jahresproduktion
Den unbestätigten Berichten zufolge hält UBS eine Short-Position von etwa 5,2 Milliarden Feinunzen Silber. Das entspricht mehr als dem Achtfachen der weltweiten Jahresproduktion des Edelmetalls. Bei den aktuellen Silberpreisen würde dies zu einem theoretischen Buchverlust von rund 223 Milliarden Schweizer Franken führen — eine Summe, die das Kernkapital der Bank um über 200% übersteigen würde.
Diese Zahlen stammen ausschließlich aus Social-Media-Quellen und wurden bisher nicht durch offizielle Dokumente oder Statements belegt.
Silber Chart
Silber hat in den vergangenen Jahren tatsächlich eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Der Preis hat sich in etwa verdoppelt, getrieben durch steigende Nachfrage aus der Industrie, zunehmendes Investoreninteresse und geopolitische Spannungen. Besonders die Solarindustrie und Elektronikfertigung benötigen immer größere Mengen des Edelmetalls.
UBS selbst prognostiziert in aktuellen Analysen einen weiteren Anstieg des Silberpreises, was zumindest auf eine positive Einschätzung der Bank hindeutet.
Das angebliche Ultimatum: Frist bis 10. Februar 2026
Die Spekulationen gehen noch weiter. Die Schweizerische Nationalbank soll UBS ein Ultimatum gestellt haben: Bis zum 10. Februar 2026 müsse die Bank 80% ihrer Short-Position abbauen. Andernfalls drohe der Entzug der Notfallliquidität und damit die sofortige Insolvenz.
Auch diese Information basiert ausschließlich auf Gerüchten. Es gibt keine offiziellen Statements der SNB oder des Eidgenössischen Finanzdepartements zu diesem Thema.
Das Problem bei einer solchen Position wäre nicht nur die Höhe des Verlusts. Eine geordnete Auflösung erscheint praktisch unmöglich, da das globale Handelsvolumen am Silbermarkt nicht ausreichen würde, um eine derart massive Position ohne erhebliche Marktstörungen zu schließen. Jeder Versuch, die Position aufzulösen, könnte zu einem sogenannten Short-Squeeze führen — einer Situation, in der Verkäufer gezwungen sind, ihre Positionen zu decken, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Mögliche Konsequenzen: Was wäre bei einer echten Krise zu erwarten?
Sollten die Gerüchte zutreffen, wären die Folgen weitreichend.
Eine Insolvenz der UBS würde nicht nur die Bank selbst betreffen, sondern könnte das gesamte Schweizer Finanzsystem destabilisieren.
| Szenario | Mögliche Auswirkung | Einordnung |
|---|---|---|
| Abwertung CHF | 20-30% Wertverlust gegenüber anderen Währungen | CHF-Exposure reduzieren |
| Kapitalabflüsse | Massive Mittelabzüge aus dem Schweizer Finanzplatz | Primär auf den Schweizer Bankensektor bezogen |
| Wirtschaftliche Instabilität | Vertrauensverlust in das Schweizer Bankensystem? | Eheer gering bzw. nur kurzfristig |
| Regulatorische Eingriffe | Notfallmaßnahmen durch SNB und Bundesrat | gut möglich |
Diese Szenarien sind rein hypothetisch und basieren zumindest bisher lediglich auf unbestätigten Gerüchten.
UBS Group AG Chart
Faktencheck: Was spricht gegen die Gerüchte?
Es gibt mehrere Gründe, die Spekulationen kritisch zu hinterfragen.
Erstens: Weder UBS noch die SNB haben sich zu den Berichten geäußert. In der Schweiz gelten strenge Offenlegungspflichten für systemrelevante Banken. Eine Position dieser Größenordnung müsste in den Quartalsberichten und im Risikomanagement-Disclosure auftauchen.
Zweitens: UBS hat kürzlich Analysen veröffentlicht, in denen attraktive Renditen für Rohstoffe im Jahr 2026 prognostiziert werden — einschließlich Silber und Gold. Die Bank argumentiert mit knapper Versorgung und steigender Nachfrage. Eine Bank, die selbst massiv auf fallende Silberpreise setzt, würde vermutlich keine bullischen Prognosen veröffentlichen.
Drittens: Die Größenordnung der angeblichen Position erscheint unrealistisch. 5,2 Milliarden Unzen entsprechen etwa dem Dreifachen aller in den USA jemals geförderten Silberreserven. Eine solche Position würde in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Marktvolumen stehen.
Viertens: Nach der Übernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 wurde das Risikomanagement bei UBS verstärkt. Die Bank unterliegt verschärften regulatorischen Anforderungen und regelmäßigen Stresstests durch die FINMA.
Credit Suisse-Übernahme und offene Fragen
Die Gerüchte könnten vor dem Hintergrund der Credit Suisse-Übernahme entstanden sein. Als UBS 2023 die insolvente Credit Suisse übernahm, wurden auch deren Positionen und Risiken übernommen.
Es ist denkbar, dass alte Positionen oder unvollständige Informationen als Grundlage für diese Theorien dienen.
Tatsächlich gab es zuletzt Debatten über strengere Bankenregulierungen in der Schweiz.
UBS hat Vorschläge der Regierung abgelehnt und für kostengünstigere Alternativen plädiert. Dies deutet auf anhaltende Diskussionen über Stabilität und Systemrelevanz hin, aber nicht auf eine akute Krise.
Die Rolle von Social Media: Wie entstehen solche Gerüchte?
In Social-Media-Kreisen, insbesondere unter Silber-Investoren, werden die Berichte als Beweis für einen bevorstehenden Short-Squeeze interpretiert. Viele dieser Communities verfolgen die These, dass Silber systematisch unterbewertet sei und große Finanzinstitute den Preis durch Short-Positionen künstlich niedrig halten würden.
Diese Narrative sind nicht neu.
Schon seit Jahren kursieren ähnliche Theorien über Gold- und Silbermanipulationen durch Großbanken. Während es historisch tatsächlich Fälle von Preismanipulationen gab, fehlen für die aktuellen UBS-Gerüchte jegliche belastbare Beweise.
Gerade in volatilen Märkten verbreiten sich solche Spekulationen schnell.
Ein einziger Post auf einer großen Plattform kann innerhalb von Stunden tausende Male geteilt werden, ohne dass die Informationen überprüft wurden.
Einschätzung für Anleger: Ruhe bewahren und Fakten prüfen
Wie sollten Anleger mit diesen Informationen umgehen?
Zunächst gilt: Panik ist fehl am Platz. Solange keine offiziellen Bestätigungen vorliegen, handelt es sich um Spekulationen. Anleger sollten nicht auf Basis von unbestätigten Social-Media-Berichten handeln.
Das bedeutet nicht, dass man die Entwicklungen ignorieren sollte. Es ist durchaus sinnvoll, die Berichterstattung zu verfolgen und auf offizielle Statements von UBS, SNB oder FINMA zu achten.
Sollten tatsächlich ungewöhnliche Risiken bestehen, würden diese früher oder später in offiziellen Dokumenten auftauchen.
Für Silber-Investoren ergibt sich daraus keine unmittelbare Handlungsempfehlung.
Der Silberpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst — Industrienachfrage, Investoreninteresse, Dollar-Stärke, geopolitische Unsicherheiten.
Die UBS-Gerüchte könnten kurzfristig für weitere Volatilität sorgen, aber langfristige Investitionsentscheidungen sollten auf fundamentalen Faktoren basieren.