Dax mit nervöser Erholung, aber wieder innerhalb des fairen Bereichs – günstiger als S&P und Nikkei

Der DAX hat in den vergangenen zehn Jahren eine bemerkenswerte Wertsteigerung vollzogen. Ausgehend von rund 9.600 Punkten im April 2016 kletterte der Index in mehreren Schüben auf zwischenzeitlich über 25.000 Punkte – eine Vervielfachung, die strukturell vor allem von sinkenden Zinsen, globalem Wachstum und der Stärke exportorientierter Schwergewichte getragen wurde.

Der aktuelle Stand von rund 23.168 Punkten liegt deutlich unter dem Allzeithoch von 25.507 Punkten zu Jahresanfang.

 

Der DAX legte seit April 2016 um rund 166% auf ein Allzeithoch von 25.507 Punkten zu. Markante Einschnitte: Corona-Crash März 2020 (Intraday-Tief: 8.255,65 Punkte), Zinskorrektur 2022 sowie der scharfe Zoll-Schock im April 2025.

Der DAX legte seit April 2016 um rund 166% auf ein Allzeithoch von 25.507 Punkten zu. Markante Einschnitte: Corona-Crash März 2020 (Intraday-Tief: 8.255,65 Punkte), Zinskorrektur 2022 sowie der scharfe Zoll-Schock im April 2025.

 

DAX Helaba Bewertungsindikator

Das Bewertungsbild aus dem Helaba-Indikator liefert dazu eine wichtige Einordnung: Nach einer Phase überdurchschnittlicher Bewertung – der Indikator lag zuletzt über der +1-Standardabweichungs-Schwelle (Zone „teuer“) – ist der DAX nun in den fairen Bereich zurückgekehrt.

Der Indikator notiert knapp unterhalb von +1, also am oberen Rand der neutralen Zone.

Gemessen an historischen Bewertungszyklen ist das weder ein Kaufsignal noch ein Warnsignal, sondern eine Normalisierung nach überzogener Preisentwicklung.

 

Der Indikator misst die DAX-Bewertung als Abweichung vom historischen Mittel in Standardabweichungen. Nach einem Ausschlag in die Teuer-Zone Anfang 2025 notiert der Indikator aktuell knapp unterhalb der +1-Schwelle – der DAX ist damit wieder fair bewertet.

Der Indikator misst die DAX-Bewertung als Abweichung vom historischen Mittel in Standardabweichungen. Nach einem Ausschlag in die Teuer-Zone Anfang 2025 notiert der Indikator aktuell knapp unterhalb der +1-Schwelle – der DAX ist damit wieder fair bewertet.

 

 

Der Indikator misst die DAX-Bewertung als Abweichung vom historischen Mittel in Standardabweichungen. Nach einem Ausschlag in die Teuer-Zone Anfang 2025 notiert der Indikator aktuell knapp unterhalb der +1-Schwelle – der DAX ist damit wieder fair bewertet.

Der DAX startet in die neue Woche mit einem heiklen Erbe: Nach einer beeindruckenden Aufholjagd – der Index legte seit den Wochentiefs Ende März knapp 5% zu – notiert der deutsche Leitindex zur Wochenmitte bei rund 23.168 Punkten.

Doch die Rally hat einen entscheidenden Haken.

Sie fußt fast ausschließlich auf Hoffnungen, nicht auf Fakten.

 

Iran-Krieg als dominanter Kurstreiber

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang April erklärt, die Militäroperationen im Iran könnten in zwei bis drei Wochen beendet sein. Das reichte, um Investoren scharenweise zurück in den Markt zu locken. Brent-Rohöl sank daraufhin vorübergehend auf rund 100 US-Dollar pro Barrel – immer noch rund 40% über dem Vorkriegsniveau.

Solange eine diplomatische Lösung nicht in trockenen Tüchern ist, bleibt diese Rally strukturell anfällig. CMC-Markets-Chefanalyst Andreas Lipkow bringt es auf den Punkt: Alles sei möglich – „von einer diplomatischen Lösung bis hin zu einer weiteren Eskalation“.

 

Technisch: Widerstand bei 24.000 Punkten entscheidet alles

Aus charttechnischer Sicht ist die Lage eindeutig, wenn auch nicht komfortabel.

Der Bereich um 24.000 Punkte fungiert als massiver Widerstand – ein nachhaltiger Ausbruch nach oben würde den Abwärtsdruck neutralisieren.

Gelingt das nicht, rechnen Analysten mit einem erneuten Rücksetzer in die Zone zwischen 22.800 und 23.200 Zählern.

Als relevante Unterstützung gilt der Bereich um 22.200 Punkte. Zwischen diesen Marken dürfte sich die Handelswoche also wohl abspielen.

 

DAX Chart

 

Mittelfristig: Zwischen Gewinnwachstum und saisonalem Gegenwind

Der längere Blick stimmt vorsichtig optimistisch, aber eben auch nicht mehr. Für das Gesamtjahr 2026 prognostizieren Analysten ein moderates Gewinnwachstum der DAX-Unternehmen von 6 bis 8%, was nach einem enttäuschenden 2025 zumindest eine solide Basis schafft. Berenberg und andere Häuser hatten Jahresziele in Richtung 25.500 bis 26.200 Punkte formuliert – allerdings unter der Voraussetzung, dass der Aufwärtstrend intakt bleibt.

Gleichzeitig warnen Experten vor dem klassischen Zwischenwahljahr-Effekt in den USA, der Börsenjahre traditionell etwas volatiler macht.

Grafik: DAX-Kurse passen sich wieder der Gewinnentwicklung an

 

DAX-Kursentwicklung und 12-Monats-Gewinnschätzungen, 2007–2026. Indexstand (rechte Skala) und rollende Gewinnschätzungen (linke Skala) verlaufen langfristig weitgehend im Gleichschritt.

DAX-Kursentwicklung und 12-Monats-Gewinnschätzungen, 2007–2026. Indexstand (rechte Skala) und rollende Gewinnschätzungen (linke Skala) verlaufen langfristig weitgehend im Gleichschritt.

 

S&P 500 und Nikkei 225 sehr teuer, DAX inzwischen angemessen bewertet

Im internationalen Index-Vergleich steht der Dax gar nicht so schlecht dar, wie man der nachfolgenden Grafik gut entnehmen kann:

 

Bewertungsindikator im Vergleich: DAX, S&P 500 und Nikkei 225, 2006–2026. Der Indikator zeigt den S&P500 und den Nikkei 225 klar in der Teuer-Zone. Der DAX notiert mit erheblichem Bewertungsabstand zu beiden anderen Indizes im fair bewerteten Bereich.

Bewertungsindikator im Vergleich: DAX, S&P 500 und Nikkei 225, 2006–2026. Der Indikator zeigt den S&P500 und den Nikkei 225 klar in der Teuer-Zone. Der DAX notiert mit erheblichem Bewertungsabstand zu beiden anderen Indizes im fair bewerteten Bereich.

 

 

Fazit: Kaufen, halten – oder abwarten?

Wer jetzt einsteigen will, kauft eine Hoffnungsrally in einem geopolitisch hochgradig unsicheren Umfeld. Das ist zumindest keine komfortable Position.

Technisch gilt: Erst ein überzeugender Sprung über die 24.000-Punkte-Marke würde das Bild nachhaltig aufhellen.

Bis dahin bleibt die Devise wohl: abwarten, Gewinnmitnahmen einkalkulieren – und den Newsticker zum Iran-Krieg sehr genau im Blick behalten.

 

 

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