Buffetts Abschiedstour: die letzten Käufe und Verkäufe der Investmentlegende – American Express, Coca-Cola, Apple und eine dicke Überraschung!

Warren Buffett hat Ende 2025 nach 60 Jahren das CEO-Amt von Berkshire Hathaway abgegeben – doch das Orakel von Omaha ist längst nicht im Ruhestand. Als Chairman des Board of Directors bleibt der 95-Jährige weiterhin aktiv und prägt die Investmentstrategie des Konglomerats. Seine kumulierte Rendite seit Amtsantritt 1965: über 5 Millionen Prozent.

Das am 17. Februar 2026 veröffentlichte 13F-Filing für das vierte Quartal 2025 – Buffetts letzte Periode als CEO – zeigt seine aktuellste Positionierung. Und die ist hochspannend: Während er bei Tech-Giganten wie Apple und Amazon massiv Gewinne mitnimmt, setzt er gleichzeitig überraschende neue Akzente. Ein Neuinvestment sticht besonders heraus und lässt aufhorchen.

Diese Analyse beleuchtet, wo Buffett heute sein Kapital aktiv investiert – und welche Signale er damit für das laufende Jahr und darüber hinaus setzt.

Die aktuellsten Moves: Q4 2025 im Detail

Das aktuelle 13F-Filing zeigt Buffetts Portfolio zum 31. Dezember 2025. Mit einem Gesamtwert von rund 274 Milliarden US-Dollar und einer Cash-Position von über 344 Milliarden US-Dollar sitzt Berkshire auf mehr Liquidität als Apple, Amazon, Alphabet und Microsoft zusammen.

Die Strategie der letzten Monate ist klar erkennbar: Buffett nimmt Gewinne bei hochgelaufenen Tech-Werten mit und setzt auf defensive Qualitätsunternehmen mit starken Burggräben (siehe auch Artikel über crashresistente Burggraben-Aktien).

Apple wurde im vierten Quartal um weitere 4,3% reduziert, Amazon sogar um über 75%. Auch bei der Bank of America wurden 9% der Position verkauft.

Doch die wirklich interessanten Signale liegen in den aktuellen Neuinvestments und Aufstockungen – hier zeigt sich, wo Buffett jetzt gerade Wert sieht und aktiv Kapital einsetzt:

 

Aktion Unternehmen Ticker Signal
NEU The New York Times NYT 5,1 Mio. Aktien (~352 Mio. USD)
Aufgestockt Chubb CB +9,3% (nun 8,5% Anteil am Unternehmen)
Aufgestockt Chevron CVX +6,6% (nun 6,2% Anteil am Unternehmen)
Aufgestockt Domino’s Pizza DPZ Kontinuierliche Käufe über 6 Quartale, nun ~10% Anteil
Unverändert American Express AXP “Forever Stock” – keine einzige Aktie verkauft
Unverändert Coca-Cola KO 400 Mio. Aktien seit Jahrzehnten unverändert

 

Diese sechs Positionen – veröffentlicht diese Woche im 13F-Filing – zeigen, wo Buffett aktuell Überzeugung hat: bei etablierten Marken mit Preissetzungsmacht, defensiven Geschäftsmodellen und – im Fall der New York Times – bei einer erfolgreichen digitalen Transformation.

 

Die Forever Stocks: Unerschütterliche Überzeugung

Bevor wir zu den spannenden Neuinvestments kommen, lohnt sich ein Blick auf die zwei Positionen, die Buffett nicht angerührt hat – obwohl er bei anderen Werten massiv verkaufte. Diese “Forever Stocks” zeigen, was für Buffett echte Qualitätsunternehmen sind – und wo er auch 2026 weiter voll investiert bleibt.

 

American Express (AXP): Der künftige Portfolio-Champion

  • Portfolio-Gewichtung: 20,5% ($56 Mrd.) – Zweitgrößte Position
  • Berkshire-Anteil: 151,6 Mio. Aktien (unverändert)

American Express ist das Paradebeispiel für Buffetts Philosophie, in Unternehmen mit einem tiefen “Burggraben” zu investieren. Im Gegensatz zu Apple hat Berkshire hier keine einzige Aktie verkauft. Buffett bezeichnete die Position als “Forever Stock”, und sie ist auf dem besten Weg, Apple als größte Beteiligung im Portfolio abzulösen.

Das Geschäftsmodell, das auf einem geschlossenen Kreislauf aus Zahlungsabwicklung und Kreditvergabe für eine wohlhabende Klientel basiert, hat sich als extrem widerstandsfähig und profitabel erwiesen. Im vierten Quartal 2025 stieg der Nettogewinn um 16% auf 3,53 USD pro Aktie – das entspricht einer Eigenkapitalrendite von 35,3%.

 

✅ Chancen

Starker Markenname und loyaler Kundenstamm: AXP ist ein Synonym für Premium-Dienstleistungen und profitiert von den hohen Ausgaben seiner wohlhabenden Kunden, die weniger anfällig für Konjunkturschwankungen sind.

Robustes Wachstum: Das Unternehmen prognostiziert für 2026 ein Umsatzwachstum von 9-10% und ein EPS-Wachstum von rund 14%. Die Gewinnerwartungen wurden in den letzten Quartalen regelmäßig übertroffen.

Berkshires Vertrauen: Die Tatsache, dass Berkshire seine Position unberührt lässt – während Apple, Amazon und Bank of America verkauft werden – ist ein starkes Vertrauenssignal in die langfristigen Aussichten.

 

❌ Risiken

Wettbewerb: Der Wettbewerb im Zahlungsverkehrs- und Kreditkartensektor ist intensiv, insbesondere durch FinTech-Unternehmen und andere große Netzwerke wie Visa und Mastercard.

Politische Risiken: Präsident Trump hat einen Zinscap von 10% für Kreditkarten vorgeschlagen – das könnte das Geschäftsmodell massiv beeinträchtigen und die Profitabilität drücken.

Bewertung: Mit einem KGV von 22,2 liegt die Aktie über dem Branchendurchschnitt von 8,5. Einige Analysten sehen die Aktie als leicht überbewertet an, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 336 USD liegt – unterhalb des aktuellen Kurses.

 

American Express Aktie Chart

 

The Coca-Cola Company (KO): Die ewige Dividendenquelle

  • Portfolio-Gewichtung: 10,2% ($28 Mrd.) – Viertgrößte Position
  • Berkshire-Anteil: 400 Mio. Aktien (seit Jahrzehnten unverändert)

Coca-Cola ist eine der ikonischsten und längsten Beteiligungen von Berkshire Hathaway. Die Position verkörpert Buffetts Strategie, in einfache, verständliche Unternehmen mit globaler Reichweite und enormer Preissetzungsmacht zu investieren. Berkshire hält 400 Millionen Aktien – unverändert seit Jahrzehnten.

Diese Position bescherte dem Unternehmen allein im Jahr 2025 Dividendeneinnahmen von über 816 Millionen US-Dollar. Die jüngste Ankündigung der 64. jährlichen Dividendenerhöhung in Folge unterstreicht die finanzielle Stärke und den Status als Dividendenaristokrat. Während Buffett bei Apple und Amazon verkauft, hält er an Coca-Cola eisern fest.

 

✅ Chancen

Globaler Markenwert: Coca-Cola ist eine der bekanntesten Marken der Welt, was eine immense Preissetzungsmacht und einen stabilen Absatzmarkt sichert.

Dividendenkontinuität: Als verlässlicher Dividendenzahler mit über sechs Jahrzehnten an jährlichen Erhöhungen ist die Aktie ein Eckpfeiler für Einkommensinvestoren. Die Dividendenrendite liegt bei soliden 3%.

Starker Cashflow: Das Unternehmen erwartet für 2026 einen freien Cashflow von über 12 Milliarden US-Dollar, was weitere Investitionen, Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen ermöglicht.

 

❌ Risiken

Veränderte Konsumtrends: Ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein und die Abkehr von zuckerhaltigen Getränken stellen eine langfristige Herausforderung dar. Das Unternehmen reagiert mit Produktinnovationen wie Coke Zero, Wasser und Tees.

Währungsrisiken: Als globales Unternehmen ist Coca-Cola erheblichen Währungsschwankungen ausgesetzt, die die Erträge beeinflussen können.

Wachstumsverlangsamung: Als reifes Unternehmen ist das organische Wachstumspotenzial begrenzt. Zukünftiges Wachstum muss durch Preiserhöhungen, Effizienzsteigerungen und Akquisitionen erzielt werden.

 

Coca-Cola Aktie Chart

 

Die Neuinvestments: Wo Buffett jetzt kauft

Während die Forever Stocks Kontinuität symbolisieren, zeigen die vier Neuinvestments und Aufstockungen aus dem aktuellen 13F-Filing, wo Buffett jetzt gerade frische Chancen sieht. Diese Positionen verdienen besondere Aufmerksamkeit – hier investiert das Orakel sein Kapital aktiv und sendet klare Signale für 2026.

 

The New York Times Company (NYT): Die Überraschung der Woche

  • Portfolio-Gewichtung: 0,1% ($375 Mio.) – Brandneue Position
  • Berkshire-Anteil: 5,1 Mio. Aktien (~3% des Unternehmens)

Das ist die Sensation aus dem am Dienstag veröffentlichten 13F-Filing: Buffett hat über 5,1 Millionen Aktien der New York Times gekauft. Eine bemerkenswerte Kehrtwende. Noch vor fünf Jahren verkaufte Berkshire all seine 31 Zeitungen und Buffett bezeichnete die Branche als “toast”.

Die Marktreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktie explodierte am Mittwoch um über 10% und erreichte gestern (19. Februar) ein neues Allzeithoch von 77 USD. Buffett sieht in der NYT offenbar eine seltene Ausnahme – ein Unternehmen, das den Übergang ins digitale Zeitalter nicht nur überlebt, sondern gemeistert hat.

 

✅ Chancen

Erfolgreiche digitale Transformation: Die NYT hat ihr Geschäftsmodell von Print auf ein abonnementbasiertes digitales Modell umgestellt. Die Zahl der digitalen Abonnenten wuchs 2025 um 1,4 Millionen auf insgesamt 12,8 Millionen. Das digitale Geschäft macht mittlerweile den Großteil der Umsätze aus.

Starker Marken-Burggraben: Mit einer 175-jährigen Geschichte steht die New York Times für Qualitätsjournalismus und verfügt über eine unersetzliche globale Marke. In Zeiten von KI-generierten Inhalten gewinnt diese Vertrauensmarke noch an Wert.

Wachsendes Produkt-Ökosystem: Über reine Nachrichten hinaus hat die NYT ein Bündel an “gewohnheitsbildenden” Produkten geschaffen: “The Athletic” (Sport), “Cooking” (Rezepte), “Wirecutter” (Produkttests) und Spiele wie “Wordle”. Dieses Bundle erhöht die Kundenbindung massiv.

Starke Finanzkennzahlen: Das Unternehmen steigerte seinen Nettogewinn von 100 Millionen USD im Jahr 2020 auf 344 Millionen USD im Jahr 2025 – ein Anstieg von 243% während der Transformation. Die Bruttomargen liegen stabil bei rund 48%.

❌ Risiken

Bewertung: Nach einem Kursanstieg von über 70% seit Anfang 2025 und dem jüngsten Sprung auf 77 USD ist die Aktie ambitioniert bewertet. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei etwa 70 USD – unterhalb des aktuellen Kurses. Einige sehen eine deutliche Überbewertung.

Wettbewerb um Aufmerksamkeit: Im digitalen Zeitalter konkurriert die NYT nicht nur mit anderen Nachrichtenquellen, sondern mit einer unendlichen Flut an kostenlosen Inhalten um die Zeit der Nutzer.

Abhängigkeit vom Abonnement-Wachstum: Das zukünftige Wachstum hängt stark davon ab, kontinuierlich neue digitale Abonnenten zu gewinnen. Analysten fragen sich, wo die Wachstumsgrenze liegt.

 

New York Times Aktie Chart

 

Chubb Limited (CB): Der stille Versicherungsgigant

  • Portfolio-Gewichtung: 3,7% ($10,4 Mrd.) – Siebtgrößte Position
  • Berkshire-Anteil: 34,2 Mio. Aktien (+9,3% in Q4) – nun 8,5% des Unternehmens

Chubb ist Buffetts stille Überzeugung. Berkshire stockte die Position im vierten Quartal 2025 um weitere 9,3% auf und besitzt nun 8,5% des Schweizer Versicherungsriesen. Das ist bereits die fünfte Aufstockung in Folge – ein klares Signal für Buffetts Vertrauen in das Geschäftsmodell.

Die Aktie erreichte im Februar 2026 ein Allzeithoch von 336 USD und hat sich seit Buffetts Einstieg im Jahr 2023 hervorragend entwickelt. Der globale Versicherer, der sich auf hochwertige Gewerbe- und Spezialversicherungen fokussiert, profitiert von steigenden Prämien und exzellenter Underwriting-Disziplin.

 

✅ Chancen

Berkshires aggressive Aufstockung: Die kontinuierlichen Käufe über fünf Quartale hinweg zeigen extreme Überzeugung. Buffett kauft Chubb zu – während er Apple und Amazon verkauft.

Starke Fundamentaldaten: Im vierten Quartal 2025 übertraf Chubb die Erwartungen mit einem EPS von 7,52 USD (Konsens: 6,33 USD). Die Eigenkapitalrendite liegt bei soliden 13,2%, die Nettomarge bei 17,4%.

Pricing Power: In einem harten Versicherungsmarkt kann Chubb Prämien erhöhen, ohne signifikante Kunden zu verlieren. Die Spezialisierung auf hochwertige Gewerbekunden mit komplexen Risiken gibt dem Unternehmen Preissetzungsmacht.

Analysten-Optimismus: 10 von 13 Analysten raten zum Kauf, mit Kurszielen bis zu 380 USD (+15% Potenzial). Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 336 USD.

 

❌ Risiken

Katastrophenrisiken: Als Versicherer ist Chubb Naturkatastrophen und Großschäden ausgesetzt. Klimawandel und zunehmende Extremwetterereignisse könnten die Schadenquoten erhöhen.

Zinsrisiko: Bei sinkenden Zinsen leiden die Kapitalerträge aus den angelegten Versicherungsprämien. Das Fed-Umfeld ist ein wichtiger Faktor für die Profitabilität.

Bewertung: Mit einem KGV von 12,95 ist die Aktie fair, aber nicht günstig bewertet. Raum für weitere Kurssteigerungen hängt vom Gewinnwachstum ab.

 

Chubb Aktie Chart

 

Chevron Corporation (CVX): Die Energiewette

  • Portfolio-Gewichtung: 7,2% ($19,8 Mrd.) – Fünftgrößte Position
  • Berkshire-Anteil: 130,2 Mio. Aktien (+6,6% in Q4) – nun 6,2% des Unternehmens

Berkshires kontinuierliche Aufstockung der Chevron-Position – zuletzt um 6,6% im vierten Quartal 2025 – unterstreicht Buffetts Vertrauen in den Energiesektor. Die Aktie erreichte am 19. Februar 2026 ein neues Allzeithoch bei 185 USD und profitiert von strategischen Expansionen in Venezuela und Griechenland.

Buffett wettet hier auf die anhaltende Bedeutung von Öl und Gas für die Weltwirtschaft und auf die Fähigkeit von Chevron, effizient zu wirtschaften und hohe Cashflows zu generieren. Nach der Lockerung der US-Sanktionen gegen Venezuela verarbeitet Chevron nun wieder venezolanisches Öl in seinen Golf-Raffinerien – eine strategische Chance.

 

✅ Chancen

Produktionswachstum: Die erfolgreiche Integration der Hess-Akquisition führte zu einem Produktionswachstum von 12% und übertraf die Gewinnerwartungen im vierten Quartal 2025.

Strategische Positionierung: Die Expansion der Aktivitäten in Venezuela nach der Lockerung der US-Sanktionen und die neuen Explorationsrechte vor Griechenland könnten zu erheblichen Produktionssteigerungen führen. Venezuela allein bietet massives Produktionspotenzial.

Kapitaldisziplin und Aktionärsrenditen: Das Unternehmen ist bekannt für seine Kapitaldisziplin und belohnt Aktionäre durch steigende Dividenden und Aktienrückkäufe. Die Dividendenrendite liegt bei attraktiven 4,2%.

 

❌ Risiken

Volatilität der Rohstoffpreise: Die Gewinne von Chevron sind stark von den volatilen globalen Energiepreisen abhängig. Schwankungen bei Öl- und Gaspreisen treffen das Unternehmen unmittelbar.

Energiewende: Langfristig stellt der globale Übergang zu erneuerbaren Energien ein existenzielles Risiko für das traditionelle Geschäftsmodell von Öl- und Gaskonzernen dar. Die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen könnte strukturell sinken.

Geopolitische Risiken: Operationen in politisch instabilen Regionen wie Venezuela bergen erhebliche Risiken, von Verstaatlichung bis hin zu Produktionsausfällen durch politische Unruhen.

 

Chevron Aktie Chart

 

Domino’s Pizza Inc. (DPZ): Die ungewöhnliche Fast-Food-Wette

  • Portfolio-Gewichtung: 0,2% ($550 Mio.)
  • Berkshire-Anteil: 1,3 Mio. Aktien – aufgestockt über 6 Quartale in Folge, nun ~10% des Unternehmens

Domino’s Pizza ist vielleicht die ungewöhnlichste Position in Buffetts Abschiedsportfolio – und gleichzeitig eine der überzeugendsten. Berkshire kaufte die Aktie sechs Quartale in Folge zu, ein Muster, das extreme Überzeugung signalisiert. Die Position wurde wahrscheinlich von Buffetts Investment-Lieutenants Ted Weschler oder Todd Combs initiiert, aber die kontinuierlichen Käufe zeigen: Das funktioniert.

Domino’s ist mehr als eine Pizzakette – es ist eine globale Franchise-Maschine mit einem hochskalierbaren Geschäftsmodell. Die Aktie hat seit dem IPO 2004 über 6.000% zugelegt (inklusive Dividenden), aber 2025 war ein schwieriges Jahr. Die Aktie fiel von über 500 USD auf zeitweise unter 383 USD, was Berkshire offenbar als Kaufgelegenheit sah.

 

✅ Chancen

Franchise-Modell mit hohen Margen: Domino’s verdient Geld durch Franchise-Gebühren und den Verkauf von Zutaten an Franchisenehmer. Das Modell ist kapitaleffizient und generiert hohe Cashflows ohne operatives Risiko der Restaurants.

Globale Expansionschancen: Mit über 20.000 Standorten weltweit hat Domino’s noch erhebliches Wachstumspotenzial in Schwellenländern. Die digitale Bestellplattform ist technologisch führend.

Berkshires kontinuierliches Vertrauen: Die Käufe über sechs Quartale hinweg – auch während der Kursschwäche – zeigen, dass Berkshire an die langfristige Story glaubt und günstige Bewertungen nutzt.

Analysten-Konsens: 18 von 20 Analysten raten zum Kauf, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 483 USD (+25% Potenzial). Die Spitzenprognose liegt bei 597 USD.

 

❌ Risiken

Operatives Umfeld: Domino’s kämpft mit steigenden Kosten für Arbeit und Zutaten. Die Margen der Franchisenehmer stehen unter Druck, was die Expansion verlangsamen könnte.

Schwächeres Wachstum: Die Q4-2025-Zahlen enttäuschten mit schwächeren Verkäufen als erwartet. Das Unternehmen reduzierte zudem die Prognose für neue internationale Filialeröffnungen.

Bewertung: Mit einem KGV von 22,8 ist die Aktie nicht günstig. Analysten-Downgrades (Morgan Stanley senkte auf “Neutral”) zeigen, dass nicht alle vom Comeback überzeugt sind. Das Unternehmen muss liefern, um die Bewertung zu rechtfertigen.

 

Domino’s Pizza Aktie Chart

 

Die Zukunft nach Buffett: Greg Abel und das Erbe von Kraft Heinz

Mit dem Rücktritt von Warren Buffett hat Greg Abel am 1. Januar 2026 das Ruder bei Berkshire Hathaway übernommen. Während Buffett als Chairman weiterhin eine wichtige Rolle spielt, liegen die operativen Entscheidungen nun in den Händen seines langjährigen Vertrauten.

Ein erster, starker Indikator für seinen Stil ist der Umgang mit dem problematischen Investment in Kraft Heinz (KHC). Berkshire ist mit einem Anteil von 27,5% der größte Aktionär von Kraft Heinz, eine Position, die aus der von Buffett und 3G Capital orchestrierten Fusion im Jahr 2015 stammt. Doch das Investment entpuppte sich als Enttäuschung. Buffett selbst gab zu, für den Kraft-Anteil “zu viel bezahlt” zu haben. Die Position hat für Berkshire einen Buchverlust von rund 2,3 Milliarden US-Dollar verursacht.

Kurz nach seiner Amtsübernahme signalisierte Abel, dass Berkshire bereit sein könnte, sich von diesem Erbe zu trennen. Ein SEC-Filing vom Januar 2026 deutet an, dass Berkshire den Verkauf von fast seiner gesamten Kraft Heinz-Position in Erwägung zieht. Dieser Schritt wird als pragmatische und entschlossene Entscheidung gesehen, sich von einem leistungsschwachen Investment zu trennen, an dem möglicherweise zu lange aus Loyalität festgehalten wurde.

 

Die gigantische Cash-Position: Warnsignal oder Geduld?

Berkshires Cash-Position von 344 Milliarden US-Dollar ist mittlerweile größer als der Wert des gesamten Aktienportfolios (274 Mrd. USD). Das ist mehr Cash als Apple, Amazon, Alphabet und Microsoft zusammen besitzen. Ein Teil davon – 88% oder rund 303 Milliarden USD – ist in US-Staatsanleihen investiert, die Berkshire risikofreie Erträge von etwa 12 Milliarden USD pro Jahr bescheren.

Buffett hat diese Position in seinem letzten Brief an die Aktionäre verteidigt:

 

“Trotz dessen, was einige Kommentatoren derzeit als außergewöhnliche Cash-Position bei Berkshire ansehen, bleibt der Großteil Ihres Geldes in Aktien investiert.”

 

Er fügte hinzu, dass Berkshire “für immer einen erheblichen Teil Ihres Geldes in Aktien investieren” werde.

Die Cash-Position reflektiert zumindest auch Buffetts Überzeugung, dass sowohl Berkshire-Aktien als auch der Gesamtmarkt überbewertet sind. Seine Entscheidung, keine Aktienrückkäufe durchzuführen und stattdessen massiv zu verkaufen, spricht Bände.

Historisch gesehen hat Buffett solche Cash-Positionen aufgebaut, um bei Marktkrisen opportunistisch zuschlagen zu können.

 

Gesamtfazit: Buffett bleibt im Spiel

Warren Buffett mag das CEO-Amt abgegeben haben, aber seine Investment-DNA ist quicklebendig.

Als Chairman von Berkshire Hathaway prägt er weiterhin die strategische Ausrichtung – und seine jüngsten Moves sprechen eine klare Sprache:

 

Gewinnmitnahmen bei hochgelaufenen Tech-Werten: Die Reduzierung von Apple (-4,3%) und Amazon (-77%) ist ein disziplinierter Schritt, um Gewinne zu realisieren und das Klumpenrisiko zu verringern. Buffett sieht diese Bewertungen kritisch.

Fokus auf defensive Qualität mit Burggräben: Die Forever Stocks American Express und Coca-Cola bleiben unberührt. Die Aufstockungen bei Chubb und Chevron zeigen seine Fähigkeit, Wert in Sektoren zu finden, die der Markt aktuell vernachlässigt.

Rückkehr zu den Wurzeln: Die brandneue Investition in die New York Times – gerade diese Woche publik geworden – ist eine klassische Value-Wette auf eine starke Marke mit einem bewährten, transformierten Geschäftsmodell. Eine Hommage an seinen Mentor Benjamin Graham.

Das Vermächtnis der Geduld: Die unerschütterliche Treue zu “Forever Stocks” und die kontinuierlichen Käufe bei Domino’s und Chubb über mehrere Quartale hinweg unterstreichen seine Überzeugung, dass der größte Wert im langfristigen Halten und disziplinierten Nachkaufen bei Qualitätsunternehmen liegt.

 

Greg Abel mag nun CEO sein, aber Buffetts Einfluss ist allgegenwärtig. Die größte Herausforderung: sinnvolle Akquisitionsziele für die enorme Cash-Position von 344 Milliarden US-Dollar zu finden, die groß genug sind, um für Berkshire einen Unterschied zu machen.

Warren Buffett hat sich zwar vom CEO-Posten zurückgezogen, aber von der Investmentbühne ist er noch lange nicht verschwunden.

Die Prinzipien des Value-Investings, der Fokus auf Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen und eine disziplinierte Kapitalallokation leben weiter – durch Buffett als Chairman und durch das Team, das er über Jahrzehnte geprägt hat.

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