Schweizer Dividendenaktien: Fünf sichere Werte mit 4 bis 5% Rendite – von Nestle über Swiss Re bis Zurich Insurance

Wer sein Geld sicher anlegen will, hat es derzeit nicht leicht. Auf dem Festgeldkonto bleibt nach Abzug der Inflation kaum etwas übrig, und wer dafür Kursrisiken eingehen soll, will dann bitte auch etwas dafür bekommen. Genau hier wird der Schweizer Aktienmarkt interessant.

Denn dort sitzen einige der stabilsten Unternehmen Europas – Konzerne mit Marken, die jeder kennt, mit Geschäftsmodellen, die man in zwei Sätzen erklären kann, und mit einer Dividendenkultur, die teilweise seit Jahrzehnten ununterbrochen läuft. Und sie zahlen aktuell 4 bis 5% Dividendenrendite.

Das ist keine Verdopplung des Depots, aber es ist eben auch deutlich mehr, als die Inflation auffrisst – und das in einer der härtesten Währungen der Welt.

Fünf dieser Titel stellen wir hier vor.

 

Schweizer Dividendenwerte im September 2026
Stabile Ausschüttungen von bekannten Namen
5,03%
Zurich Insurance Group
▲ seit 1999 nie ausgesetzt
4,35%
Swiss Re
▲ nur 47% des Gewinns ausgeschüttet
4,11%
Swisscom
▲ Bund hält die Mehrheit
3,98%
Nestlé
▲ Kursziel 88,36 Franken
3,92%
Swiss Life
▲ nur 79% des Gewinns ausgeschüttet
Quelle: SIX, Kapitalanlagen-Test.de, Stand: September 2026.

 

Nestlé: 3,98% vom größten Nahrungsmittelkonzern der Welt

Nescafé, Maggi, San Pellegrino, KitKat, Purina – wer bei Nestlé investiert, kauft sich in Marken ein, die in praktisch jedem Haushalt stehen. Das ist kein Sentiment, sondern der Kern des Geschäftsmodells: Menschen kaufen Kaffee und Tierfutter auch dann, wenn die Konjunktur schwächelt. Diese Berechenbarkeit ist der Grund, warum Nestlé seit Jahrzehnten zu den Basiswerten defensiver Depots gehört.

Aktuell notiert die Aktie bei 78,31 Franken und schüttet 3,10 Franken je Aktie aus – das ergibt 3,98%. Für einen Qualitätswert aus dem defensiven Konsumsektor ist das bemerkenswert viel; über weite Strecken der vergangenen Jahre lag die Rendite deutlich darunter. Das Analysten-Konsensziel liegt bei 88,36 Franken und damit rund 13% über dem aktuellen Kurs – von den fünf Titeln hier hat Nestlé den größten Abstand nach oben.

Nestlé Aktie Chart

 

Zurich Insurance: 5,03% und eine Dividendenhistorie seit 1999

Die Zurich Insurance Group ist der Titel mit der höchsten Rendite in dieser Auswahl. Bei einem Kurs von 601,60 Franken und einer Dividende von 30,00 Franken je Aktie kommt der Versicherer auf 5,03%. Der Gewinn je Aktie liegt bei 39,93 Franken, es bleibt also ein Viertel des Verdienten im Unternehmen – die Ausschüttung steht auf soliden Beinen.

Noch aussagekräftiger als die aktuelle Rendite ist bei Zurich die Historie. Seit 1999 hat der Konzern die Dividende nur dreimal gekürzt und kein einziges Mal ausgesetzt – auch nicht in der Finanzkrise, auch nicht in der Pandemie. Für Anleger, die eine planbare Ausschüttung suchen, ist das die wichtigere Information als jede Renditeprognose, denn sie sagt etwas darüber aus, wie das Management in schlechten Jahren mit den Aktionären umgeht. Und schlechte Jahre gibt es im Versicherungsgeschäft immer wieder, allein schon wegen der Großschäden.

Das Geschäft selbst ist breit aufgestellt: Sach- und Lebensversicherung, Firmenkunden weltweit, dazu das US-Geschäft über Farmers. Mit einem KGV von 14,88 ist die Aktie für einen Konzern dieser Größe moderat bewertet. Das Konsensziel der Analysten liegt bei 605,60 Franken, also praktisch auf dem heutigen Kurs – bei Zurich kauft man die Dividende, nicht die Kursfantasie. Die nächsten Zahlen kommen am 18. Februar 2027.

Zurich Insurance Aktie Chart

 

Swiss Re: 4,35% – und die beste Deckung im ganzen Feld

Swiss Re versichert die Versicherer. Ein Geschäft, das die wenigsten im Detail kennen, das aber seit über 150 Jahren funktioniert und in dem es weltweit nur eine Handvoll ernsthafter Wettbewerber gibt.

Bei 142,85 Franken Kurs und 6,25 Franken Dividende liegt die Rendite bei 4,35%. Das Entscheidende steckt allerdings dahinter: Swiss Re zahlt nur 47% seines Gewinns aus. Anders gesagt, der Konzern könnte die Dividende auch bei einem deutlich schlechteren Jahr problemlos halten. Das ist in dieser Auswahl der komfortabelste Puffer. Dazu kommt ein KGV von 10,77 – die günstigste Bewertung der fünf Titel. Gekürzt wurde die Ausschüttung in den vergangenen gut drei Jahrzehnten nur viermal, gestrichen nie. Die nächsten Zahlen stehen am 5. November 2026 an.

Swiss Re Aktie Chart

 

 

Swisscom: 4,11% vom Marktführer mit dem Bund im Rücken

Swisscom ist der größte Telekomanbieter der Schweiz, und der Bund hält die Mehrheit am Unternehmen. Diese Konstellation erklärt einiges: Es gibt einen sehr stabilen Heimatmarkt, planbare Erlöse aus Mobilfunk- und Festnetzverträgen, und einen Großaktionär, dem an einer verlässlichen Ausschüttung gelegen ist.

Die Aktie steht bei 633,50 Franken, die Dividende liegt bei 26,00 Franken – das sind 4,11%. Diese Ausschüttung entspricht in etwa dem gesamten Gewinn je Aktie von 25,38 Franken; Swisscom lässt sich hier also wenig Luft. Bei einem infrastrukturgetriebenen Geschäft mit hohen, aber gut kalkulierbaren Cashflows ist das eine bewusste Politik und weniger ungewöhnlich als bei einem Industriewert – Netzbetreiber verdienen ihr Geld über sehr lange Abschreibungszeiträume, der ausgewiesene Gewinn je Aktie bildet die tatsächliche Zahlungskraft deshalb nur eingeschränkt ab. Die nächsten Zahlen kommen am 5. November 2026.

Swisscom Aktie Chart

 

Swiss Life: 3,92% und ein Geschäft, das Jahrzehnte vorausplant

Swiss Life ist der größte Lebensversicherer der Schweiz – ein Geschäft, in dem Verträge über dreißig, vierzig Jahre laufen und die Erträge entsprechend planbar sind. Bei einem Kurs von 938,40 Franken und 36,50 Franken Dividende ergeben sich 3,92%, gedeckt durch einen Gewinn je Aktie von 45,95 Franken. Auch hier bleibt also ein guter Teil im Haus.

Das KGV von 20,42 ist kein Schnäppchen mehr, und das Analysten-Konsensziel liegt mit 881,22 Franken unter dem aktuellen Kurs. Wer hier einsteigt, sollte das als Ausschüttungsposition verstehen, nicht als Kurswette.

Swiss Life Aktie Chart

 

 

Die fünf Titel im direkten Vergleich
Kurs, Dividende und Bewertung (Stand: 4. September 2026, SIX)
Aktie Kurs Dividende Rendite KGV Kursziel
Zurich Insurance 601,60 CHF 30,00 CHF 5,03% 14,88 605,60 CHF
Swiss Re 142,85 CHF 6,25 CHF 4,35% 10,77 126,35 CHF
Swisscom 633,50 CHF 26,00 CHF 4,11% 24,96 575,76 CHF
Nestlé 78,31 CHF 3,10 CHF 3,98% 27,10 88,36 CHF
Swiss Life 938,40 CHF 36,50 CHF 3,92% 20,42 881,22 CHF
Quelle: SIX, Kapitalanlagen-Test.de, Stand: September 2026. Keine Anlageberatung.

 

Fazit: Für welchen Anlegertyp sich die fünf Titel eignen

Risikoaverse Anleger finden hier ihre Kernklientel. Swiss Re steht mit einer Ausschüttungsquote von 47% und einem KGV von 10,77 an erster Stelle, weil der Konzern die Dividende selbst bei einem deutlich schwächeren Jahr halten könnte. Zurich folgt mit einer Dividendenhistorie, die seit 1999 keine Aussetzung kennt, Nestlé mit Marken, die auch in einer Rezession im Einkaufswagen landen. Alle drei liefern das, worum es geht: eine Ausschüttung spürbar über der Inflationsrate, in Franken, von Unternehmen, deren Geschäft man versteht.

Risikoaffine Anleger werden hier dagegen kaum glücklich. Vier der fünf Titel notieren auf oder über ihrem Analysten-Konsensziel, die Kursfantasie ist entsprechend begrenzt. Wer auf zweistellige Kursbewegungen aus ist, findet am Schweizer Markt zwar Titel mit 8% und mehr Rendite – die zahlen ihre Dividende aber gerade nicht aus dem laufenden Gewinn, und dann ist eine Kürzung eben nur eine Frage der Zeit.

Kurzfristig orientierte Anleger sollten die Finger davonlassen. Diese Aktien bewegen sich wenig, und der Dividendenabschlag am Ex-Tag gleicht die Ausschüttung im Kurs zunächst wieder aus. Wer nur bis zum nächsten Ex-Termin einsteigt, um die Dividende mitzunehmen, hat rechnerisch nichts gewonnen – außer der Steuer.

Langfristig orientierte Anleger sind die eigentliche Zielgruppe. Der Effekt entsteht nicht im ersten Jahr, sondern über zehn oder fünfzehn Jahre, wenn die Ausschüttungen konsequent wieder angelegt werden und der Zinseszins zu arbeiten beginnt. Genau dafür sind Titel gemacht, die ihre Dividende auch in schlechten Jahren gezahlt haben. Zwei oder drei davon als defensiver Baustein in einem breit gestreuten Depot – das ist die Rolle, die diese Aktien am besten ausfüllen.

 

David Ernsting

Über den Autor:

David Ernsting

Herausgeber Kapitalanlagen-Test.de & Broker-Test.de

Aktuelles Buch: Der einfache Weg zur erfolgreichen Kapitalanlage

 

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