Fondsanbieter: Die wichtigsten Anbieter aktiv gemanagter Fonds
- Was macht Fondsanbieter für Privatanleger relevant?
- Deutsche Fondsgesellschaften: DWS, Union Investment und Deka
- Internationale Schwergewichte: Fidelity, Franklin Templeton und JPMorgan Asset Management
- Spezialisierte Anbieter: Flossbach von Storch, Carmignac und Acatis
- Weitere relevante Anbieter: Allianz Global Investors, Amundi und BNP Paribas
- Zugang und Verfügbarkeit
- Auswahlkriterien: Performance, Kosten und Strategie
- Chancen und Risiken
- Fazit: Für wen eignen sich aktive Fonds?
Was macht Fondsanbieter für Privatanleger relevant?
Fondsanbieter legen und verwalten aktiv gemanagte Investmentfonds, bei denen Fondsmanager gezielt Wertpapiere auswählen, um eine Benchmark zu schlagen oder bestimmte Anlagestrategien umzusetzen. Im Gegensatz zu ETFs, die passiv einen Index nachbilden, setzen aktive Fonds auf Expertise, Research und aktive Entscheidungen. Für Privatanleger können aktive Fonds interessant sein, wenn sie Zugang zu speziellen Märkten suchen, Wert auf professionelles Management legen oder Strategien verfolgen möchten, die über reine Indexabbildung hinausgehen.
Die Auswahl des richtigen Fondsanbieters und Fonds hängt von mehreren Faktoren ab: Performance, Kosten, Anlagestrategie und Reputation des Fondsmanagers. Während aktive Fonds höhere Gebühren als ETFs verlangen, können sie bei guter Verwaltung Mehrwert schaffen, besonders in ineffizienten Märkten oder bei speziellen Themen. Ein Überblick über die wichtigsten Anbieter hilft Ihnen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Deutsche Fondsgesellschaften: DWS, Union Investment und Deka
DWS ist Deutschlands größte Fondsgesellschaft und eine Tochter der Deutschen Bank. Mit mehreren hundert Fonds deckt die DWS nahezu alle Anlageklassen und Regionen ab, von deutschen Aktienfonds über globale Mischfonds bis hin zu Immobilien- und Rentenfonds. Die DWS bietet sowohl klassische aktive Fonds als auch ETFs unter der Marke Xtrackers. Für Privatanleger ist die DWS eine etablierte Adresse mit breiter Produktpalette und solider Reputation. Die Kostenstrukturen liegen im mittleren Bereich, und viele Fonds sind bei Banken und Brokern verfügbar. Besonders bekannt sind die DWS Top Dividende und verschiedene Rentenfonds.
Union Investment gehört zur Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken und verwaltet mehrere hundert Milliarden Euro. Das Fondsangebot umfasst Aktien-, Renten-, Misch- und Immobilienfonds. Union Investment richtet sich primär an Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken, die Fonds sind aber auch über andere Vertriebswege erhältlich. Bekannte Produkte sind die UniGlobal-Reihe für weltweite Aktienanlagen und diverse Rentenfonds. Union Investment punktet mit solider Performance und einer auf deutsche Anleger zugeschnittenen Produktpalette. Die Kosten liegen im üblichen Rahmen für aktive Fonds.
Deka ist die Fondsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört zu den größten Anbietern in Deutschland. Mit einem breiten Spektrum an Aktien-, Renten-, Misch- und Immobilienfonds bedient Deka vor allem Sparkassenkunden, ist aber auch über andere Kanäle zugänglich. Die Fonds sind konservativ ausgerichtet und setzen auf Stabilität. Besonders die Immobilienfonds und Rentenfonds genießen hohes Vertrauen. Für Anleger, die eine etablierte deutsche Institution mit breiter Produktpalette suchen, ist Deka eine vertrauenswürdige Wahl. Die Gebührenstrukturen entsprechen dem Marktstandard für aktive Fonds.
Internationale Schwergewichte: Fidelity, Franklin Templeton und JPMorgan Asset Management
Fidelity ist einer der weltweit größten Vermögensverwalter und bietet eine breite Palette aktiv gemanagter Fonds. Fidelity setzt auf Research und langjährige Expertise in verschiedenen Märkten. Besonders bekannt sind die Aktienfonds auf Europa, USA und Schwellenländer sowie spezielle Themenfonds. Fidelity-Fonds zeichnen sich oft durch solide Performance und erfahrene Fondsmanager aus. Die Kostenstrukturen liegen im mittleren bis oberen Bereich, was durch aktives Management gerechtfertigt wird. Für Privatanleger, die Wert auf internationale Expertise und professionelles Management legen, ist Fidelity eine erstklassige Option.
Franklin Templeton ist eine der ältesten und renommiertesten Fondsgesellschaften weltweit. Die Firma bietet Fonds für nahezu alle Anlageklassen und Regionen, mit besonderer Stärke in Schwellenländern und Anleihen. Franklin Templeton setzt auf langfristiges, wertorientiertes Investieren und hat sich über Jahrzehnte bewährt. Die Fondspalette umfasst sowohl breite globale Fonds als auch spezialisierte Produkte. Die Kosten bewegen sich im üblichen Rahmen für aktive Fonds. Für Anleger, die auf Tradition und bewährte Strategien setzen, ist Franklin Templeton eine solide Wahl.
JPMorgan Asset Management gehört zu den größten Vermögensverwaltern der Welt und bietet eine umfangreiche Fondspalette. Von globalen Aktienfonds über Anleihen bis hin zu Multi-Asset-Strategien deckt JPMorgan alle relevanten Bereiche ab. Die Fondsmanager haben Zugang zu den umfangreichen Research-Ressourcen der JPMorgan-Gruppe, was einen Informationsvorteil bieten kann. Die Fonds sind gut diversifiziert und richten sich an Anleger, die auf professionelles Management und globale Expertise setzen. Die Gebühren liegen im mittleren Segment.
Spezialisierte Anbieter: Flossbach von Storch, Carmignac und Acatis
Flossbach von Storch ist eine unabhängige deutsche Vermögensverwaltung, die für ihre Multi-Asset-Fonds bekannt ist. Der Flossbach von Storch Multiple Opportunities gehört zu den erfolgreichsten Mischfonds in Europa und verfolgt eine flexible Strategie über verschiedene Anlageklassen hinweg. Flossbach von Storch setzt auf aktives Risikomanagement, Kapitalerhalt und langfristige Wertsteigerung. Die Kosten sind vergleichsweise hoch, was durch die aktive Verwaltung und die historisch gute Performance gerechtfertigt wird. Für Anleger, die einen flexiblen Mischfonds mit deutschem Management suchen, ist Flossbach von Storch eine interessante Option.
Carmignac ist eine französische Fondsgesellschaft, die sich auf aktives Management und flexible Strategien spezialisiert hat. Carmignac bietet Aktien-, Renten- und Mischfonds mit Fokus auf Europa und globale Märkte. Die Fondsmanager setzen auf aktive Allokation und versuchen, Marktchancen gezielt zu nutzen. Carmignac-Fonds sind für ihre aktive Herangehensweise bekannt und richten sich an Anleger, die überdurchschnittliche Renditen anstreben. Die Kosten liegen im oberen Bereich, was das aktive Management widerspiegelt.
Acatis ist eine deutsche Fondsgesellschaft, die für ihre Value-Strategie bekannt ist. Der Acatis Aktien Global Fonds verfolgt einen fundamentalen Ansatz und investiert in unterbewertete Unternehmen weltweit. Acatis setzt auf konzentrierte Portfolios und langfristiges Denken. Die Fonds richten sich an Anleger, die Wert auf unabhängiges Denken und contrarian Ansätze legen. Die Kostenstruktur liegt im mittleren Bereich, und die Performance hat sich über viele Jahre bewährt. Für Value-orientierte Anleger ist Acatis eine Überlegung wert.
Weitere relevante Anbieter: Allianz Global Investors, Amundi und BNP Paribas
Allianz Global Investors gehört zur Allianz-Gruppe und ist einer der größten Vermögensverwalter weltweit. Das Fondsangebot umfasst Hunderte von Produkten über alle Anlageklassen und Regionen. Besonders stark ist Allianz Global Investors in europäischen Aktien- und Rentenfonds. Die Fonds sind weit verbreitet und bei vielen Banken und Brokern erhältlich. Die Kosten liegen im Marktdurchschnitt, und die Produktqualität ist solide. Für Anleger, die eine etablierte Marke mit breiter Abdeckung suchen, ist Allianz Global Investors eine verlässliche Option.
Amundi ist Europas größter Vermögensverwalter und bietet neben ETFs auch eine breite Palette aktiv gemanagter Fonds. Nach der Übernahme von Pioneer Investments hat Amundi seine Position weiter gestärkt. Das Angebot reicht von klassischen Aktien- und Rentenfonds bis hin zu Absolute-Return-Strategien und ESG-Produkten. Amundi setzt auf Größe und Effizienz, was sich in wettbewerbsfähigen Kosten niederschlägt. Für Anleger, die europäische Anbieter bevorzugen, ist Amundi eine starke Wahl.
BNP Paribas Asset Management bietet eine umfassende Fondspalette mit Schwerpunkt auf europäischen und globalen Märkten. Die Fonds decken alle wichtigen Anlageklassen ab und setzen auf professionelles Research. BNP Paribas ist besonders im Bereich nachhaltiger Investments aktiv und bietet zahlreiche ESG-Fonds. Die Kostenstrukturen sind moderat, und die Produktqualität entspricht dem Standard großer internationaler Anbieter.
Zugang und Verfügbarkeit
Aktiv gemanagte Fonds können Sie über Ihre Bank, Ihren Broker oder direkt bei der Fondsgesellschaft kaufen. Viele Fonds sind auch als Sparplan verfügbar, wobei die Mindestanlagesummen oft bei 25 bis 50 Euro monatlich liegen. Beim Kauf über Banken und Finanzberater fällt häufig ein Ausgabeaufschlag an, der zwischen drei und fünf Prozent der Anlagesumme liegen kann. Bei Online-Brokern und Direktbanken erhalten Sie viele Fonds mit reduziertem oder ohne Ausgabeaufschlag, was die Einstiegskosten deutlich senkt.
Fondsplattformen und Fondsvermittler bieten oft Rabatte auf den Ausgabeaufschlag, teils bis zu hundert Prozent. Dies lohnt sich besonders bei größeren Einmalanlagen. Achten Sie darauf, wo und wie Sie kaufen, da die Konditionen erheblich variieren können.
Auswahlkriterien: Performance, Kosten und Strategie
Die historische Performance ist ein wichtiger, aber nicht alleiniger Indikator. Schauen Sie sich an, wie der Fonds über verschiedene Marktphasen abgeschnitten hat und ob er seine Benchmark geschlagen hat. Beachten Sie jedoch, dass vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist. Wichtiger als kurzfristige Spitzenleistungen ist eine konsistente Performance über mehrere Jahre.
Die Kosten sind bei aktiven Fonds deutlich höher als bei ETFs. Typische Gesamtkostenquoten liegen zwischen 1,5% und 2,5% pro Jahr. Hinzu kommen oft Ausgabeaufschläge beim Kauf. Diese Kosten müssen durch Mehrperformance gerechtfertigt werden, sonst lohnt sich der aktive Fonds nicht. Vergleichen Sie die Kosten verschiedener Fonds auf ähnliche Strategien und prüfen Sie, ob die Performance die höheren Gebühren rechtfertigt.
Die Anlagestrategie sollte zu Ihren Zielen passen. Suchen Sie einen defensiven Mischfonds, einen wachstumsorientierten Aktienfonds oder einen spezialisierten Themenfonds? Verstehen Sie, wie der Fondsmanager investiert und welche Risiken damit verbunden sind. Lesen Sie den Verkaufsprospekt und die wesentlichen Anlegerinformationen, um die Strategie nachzuvollziehen.
Chancen und Risiken
Aktive Fonds bieten die Chance auf Mehrrendite gegenüber passiven Indizes, wenn das Fondsmanagement erfolgreich ist. Sie profitieren von professionellem Research, aktivem Risikomanagement und der Möglichkeit, auf Marktveränderungen zu reagieren. In ineffizienten Märkten oder bei speziellen Strategien können aktive Fonds einen echten Mehrwert schaffen. Zudem bieten Mischfonds eine fertige Asset-Allokation, was für Anleger ohne eigene Expertise hilfreich ist.
Die Risiken liegen vor allem in den höheren Kosten. Viele aktive Fonds schaffen es nicht, ihre Benchmark nach Kosten zu schlagen. Zudem besteht das Risiko, dass der Fondsmanager wechselt und die Strategie sich ändert. Auch die Auswahl des richtigen Fonds ist anspruchsvoll und erfordert Research. Das Marktrisiko bleibt bestehen, und auch aktive Fonds können in fallenden Märkten Verluste erleiden.
Fazit: Für wen eignen sich aktive Fonds?
Aktive Fonds sind für Anleger interessant, die Wert auf professionelles Management legen und bereit sind, höhere Kosten für potenzielle Mehrrendite zu zahlen. Sie eignen sich besonders für Märkte, in denen aktives Management Mehrwert schaffen kann, etwa Schwellenländer, Small Caps oder spezielle Themen. Auch Mischfonds können sinnvoll sein, wenn Sie eine fertige Asset-Allokation wünschen. Für reine Indexabbildung sind ETFs meist die kostengünstigere Wahl. Wichtig ist, Kosten und Performance sorgfältig zu vergleichen und die Strategie zu verstehen. Mit der richtigen Auswahl können aktive Fonds eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein.