60/40 Portfolio
- 60/40 Portfolio: Klassische Balance zwischen Rendite und Sicherheit
- Funktionsweise und Grundprinzip der Strategie
- Konkrete Asset-Allokation: Strikte Aufteilung von 60% Aktien und 40% Anleihen
- Performance-Kennzahlen: Historische Renditen zwischen 6% und 8% jährlich
- Risikoprofil: Moderate Schwankungen mit Drawdowns bis 25%
- Vorteile der Strategie
- Nachteile und Risiken
- Anlegerprofil: Für wen ist das 60/40 Portfolio geeignet?
60/40 Portfolio: Klassische Balance zwischen Rendite und Sicherheit
Das 60/40 Portfolio gehört zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Anlagestrategien überhaupt. Die Formel ist denkbar einfach: 60% des Kapitals fließen in Aktien, 40% in Anleihen. Diese Aufteilung gilt seit Jahrzehnten als Inbegriff eines ausgewogenen Portfolios, das sowohl Wachstumschancen bietet als auch vor allzu starken Verlusten schützen soll.
Für Anleger, die weder reine Sicherheit noch maximales Risiko suchen, stellt das 60/40 Portfolio einen klassischen Mittelweg dar. Es richtet sich an jene, die langfristig Vermögen aufbauen möchten, dabei aber nicht bereit sind, die Volatilität eines reinen Aktienportfolios zu tragen. Die Strategie ist transparent, leicht verständlich und mit geringem Aufwand umsetzbar.
Funktionsweise und Grundprinzip der Strategie
Die Idee hinter dem 60/40 Portfolio basiert auf der Annahme, dass Aktien und Anleihen sich in ihrer Wertentwicklung oft gegensätzlich verhalten. Während Aktien in Boomphasen stark steigen können, bieten Anleihen Stabilität und regelmäßige Zinserträge. In Krisenzeiten, wenn Aktienkurse einbrechen, sollen Anleihen als Puffer dienen und Verluste abfedern.
Die feste Aufteilung wird in der Regel einmal jährlich durch Rebalancing wiederhergestellt. Das bedeutet: Wenn Aktien stark gestiegen sind und nun beispielsweise 70% des Portfolios ausmachen, werden Gewinne realisiert und in Anleihen umgeschichtet, um die ursprüngliche 60/40-Gewichtung wiederherzustellen. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass automatisch Gewinne mitgenommen und günstig nachgekauft wird – eine Art systematisches antizyklisches Investieren.
Konkrete Asset-Allokation: Strikte Aufteilung von 60% Aktien und 40% Anleihen
| Anlageklasse | Gewichtung | Funktion |
|---|---|---|
| Aktien | 60% | Renditemotor, Wachstum |
| Anleihen | 40% | Stabilität, laufende Erträge |
Die Aktienkomponente kann dabei unterschiedlich ausgestaltet sein – von einem simplen Welt-Aktienindex bis hin zu einer Mischung aus verschiedenen Regionen und Sektoren. Bei den Anleihen kommen typischerweise Staatsanleihen guter Bonität zum Einsatz, etwa deutsche Bundesanleihen oder US-Treasuries. Manche Anleger ergänzen diese um Unternehmensanleihen mit höherer Verzinsung, was allerdings auch das Risiko erhöht.
Performance-Kennzahlen: Historische Renditen zwischen 6% und 8% jährlich
Über lange Zeiträume hinweg konnten 60/40 Portfolios durchschnittliche jährliche Renditen zwischen 6% und 8% erzielen. Diese Zahlen stammen aus einer Ära, in der Anleihen noch nennenswerte Zinsen abwarfen. Über zwanzig Jahre entspricht dies einer Gesamtrendite von etwa 220% bis 366%, wobei die genauen Ergebnisse stark von den jeweiligen Marktphasen abhängen.
In den vergangenen Jahren, geprägt von historisch niedrigen Zinsen, fielen die Renditen allerdings deutlich bescheidener aus. Die Anleihenkomponente brachte kaum noch Ertrag, sodass die Gesamtperformance vor allem vom Aktienanteil getragen wurde. Mit steigenden Zinsen könnte sich das Bild jedoch wieder wandeln und Anleihen könnten erneut zu attraktiven Renditen beitragen.
Risikoprofil: Moderate Schwankungen mit Drawdowns bis 25%
Ein 60/40 Portfolio weist eine deutlich geringere Volatilität auf als ein reines Aktienportfolio. Die jährlichen Schwankungen bewegen sich typischerweise im Bereich von 10% bis 12%. In schweren Börsencrashs wie 2008 oder 2020 mussten Anleger allerdings auch hier mit temporären Verlusten von etwa 20% bis 25% rechnen – spürbar weniger als bei reinen Aktienportfolios, die teils über 40% einbrachen.
Die Anleihenkomponente sorgt dafür, dass das Portfolio in Krisenzeiten nicht so stark durchgeschüttelt wird. Allerdings ist dieser Effekt nicht garantiert. In Phasen steigender Zinsen können auch Anleihen an Wert verlieren, was die stabilisierende Wirkung abschwächt. Die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen ist also nicht in Stein gemeißelt und kann sich je nach Marktumfeld verändern.
Vorteile der Strategie
Das 60/40 Portfolio besticht durch seine Einfachheit. Es braucht keine komplexen Analysen oder tiefgreifendes Finanzwissen, um die Strategie umzusetzen. Die klare Struktur macht es leicht, die Entwicklung zu verfolgen und bei Bedarf anzupassen. Durch das regelmäßige Rebalancing wird automatisch antizyklisch agiert – Gewinne werden mitgenommen und Rücksetzer zum Nachkauf genutzt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der reduzierten Volatilität gegenüber reinen Aktienanlagen. Das macht die Strategie gerade für Anleger attraktiv, die nachts noch ruhig schlafen wollen, auch wenn die Märkte turbulent sind. Zudem lässt sich das Portfolio mit wenigen ETFs kostengünstig abbilden, was die laufenden Kosten niedrig hält.
Nachteile und Risiken
Die größte Herausforderung des 60/40 Portfolios liegt in der Abhängigkeit von funktionierenden Anleihenmärkten. In einem Umfeld extrem niedriger oder gar negativer Zinsen bringt die Anleihenkomponente kaum Ertrag und dient bestenfalls als Kapitalerhalt. Das schmälert die Gesamtrendite erheblich. Steigen die Zinsen zudem rasch an, können auch Anleihen deutlich an Wert verlieren, was die Schutzfunktion untergräbt.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass in bestimmten Marktphasen sowohl Aktien als auch Anleihen gleichzeitig fallen können. Das war etwa 2022 der Fall, als steigende Zinsen beide Anlageklassen unter Druck setzten. In solchen Szenarien bietet das 60/40 Portfolio weniger Schutz als erhofft. Zudem verzichten Anleger auf einen Teil der Aktienrendite – wer langfristig denkt und Schwankungen aushalten kann, hätte mit 100% Aktien möglicherweise mehr Vermögen aufgebaut.
Anlegerprofil: Für wen ist das 60/40 Portfolio geeignet?
Das 60/40 Portfolio eignet sich für Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren, die eine ausgewogene Mischung aus Rendite und Risikobegrenzung suchen. Es passt gut zu jenen, die bereits über eine gewisse Vermögensbasis verfügen und diese erhalten sowie moderat wachsen lassen möchten. Auch für Anleger kurz vor oder im Ruhestand kann die Strategie interessant sein, da sie weniger volatil ist als reine Aktienanlagen.
Weniger geeignet ist das 60/40 Portfolio für junge Anleger mit langem Anlagehorizont, die Schwankungen aussitzen können – sie würden auf Renditepotenzial verzichten. Auch für sehr sicherheitsorientierte Anleger ist die Strategie zu riskant, da die Aktienkomponente durchaus für spürbare Verluste sorgen kann. Ein bestimmter Kapitalbedarf besteht nicht, allerdings sollten Anleger bedenken, dass bei sehr kleinen Beträgen die Aufteilung in zwei verschiedene ETFs möglicherweise unpraktisch ist.